Wordcube

Kindertarif: Diese Kostenfallen sollten Sie sperren

Ein Kindertarif begrenzt die Kosten nicht automatisch auf den Grundpreis. In-App-Käufe und kostenpflichtige SMS-Dienste verursachen weitere Kosten. Auch zusätzliches Datenvolumen wird extra berechnet. Prüfen Sie deshalb getrennt, welche Kosten der Mobilfunkanbieter sperrt, welche Käufe der App-Store zulässt und wie das Guthaben aufgeladen wird.

Eine Drittanbietersperre verhindert, dass Kosten über die Mobilfunkrechnung abgerechnet werden. Käufe über ein App-Store-Konto oder ein dort hinterlegtes Zahlungsmittel sind davon nicht betroffen.

Drittanbieter sperren

Drittanbieter sind externe Dienste, die ihre Kosten über die Handyrechnung abrechnen lassen können. Dazu gehören etwa Abonnements und Musikangebote; auch digitale Tickets zählen dazu. Eine vollständige Drittanbietersperre blockiert diesen Abrechnungsweg. Manche Anbieter lassen auch einzelne Kategorien sperren.

Ein typischer Auslöser ist ein Tippen auf eine Werbeanzeige im Spiel oder beim Surfen. Das Kind möchte vielleicht ein Fenster schließen oder ein Angebot ansehen. Wenn der Klick einen kostenpflichtigen Dienst öffnet, kann der Anbieter die Kosten über die Mobilfunkrechnung abrechnen. Die Sperre verhindert diese Abrechnung über den Mobilfunkanbieter.

Fragen Sie beim Anbieter nach, ob die Sperre vollständig gilt oder nur bestimmte Dienste erfasst. Prüfen Sie auch die Zahlungsmittel im App-Store. Die Drittanbietersperre blockiert weder dortige Käufe noch Zahlungen mit einer Kreditkarte oder einer anderen hinterlegten Zahlungsart. Auch mobiles Bezahlen an der Ladenkasse ist davon unabhängig.

App-Käufe begrenzen

Viele Spiele lassen sich kostenlos starten und bieten im Spiel Extras gegen Geld an. Dazu zählen etwa zusätzliche Leben und virtuelle Gegenstände. Mitunter lässt sich auch Geld ausgeben, um Wartezeiten zu überspringen. Wenn ein Kind beim Spielen schnell weiterkommen möchte, tippt es leicht auf ein Kaufangebot, ohne zu merken, dass der Betrag vom Store-Konto abgebucht wird.

Richten Sie deshalb auf dem Gerät eine Kaufbestätigung ein oder sperren Sie In-App-Käufe, soweit das Gerät diese Möglichkeit bietet. Bei Apple-Geräten lassen sich Käufe über die Bildschirmzeit einschränken; über die Familienfreigabe können Eltern Kaufanfragen genehmigen. Ein Bildschirmzeit-Code schützt die Einstellungen davor, dass das Kind sie selbst ändert.

Auf Android-Geräten können Sie Google Family Link nutzen und im Play Store eine Kaufbestätigung einschalten. Welche Optionen verfügbar sind, hängt von den Einstellungen und der jeweiligen Geräteversion ab. Prüfen Sie die Menüs auf jedem Gerät, das Ihr Kind nutzt. Eine Sperre beim Mobilfunkanbieter ersetzt diese Geräteeinstellungen nicht.

Premium-SMS blockieren

Premium-SMS und Kurzwahldienste können Kosten verursachen, wenn jemand auf eine Nachricht antwortet oder eine darin genannte Nummer anruft. Manche Angebote sind mit einem Abo verbunden. Behandeln Sie Nachrichten zu Gewinnspielen oder Klingeltönen vorsichtig: Antworten Sie nicht und lassen Sie Ihr Kind unbekannte Angebote ebenfalls nicht beantworten.

Fragen Sie den Mobilfunkanbieter gezielt nach einer Sperre für Premium-SMS und Kurzwahldienste. Eine Drittanbietersperre kann je nach Ausgestaltung ebenfalls solche Abrechnungen erfassen, aber prüfen Sie den Umfang ausdrücklich. Die konkreten Kosten unterscheiden sich nach Dienst und Anbieter; ein einheitlicher Preis lässt sich daher nicht angeben.

Datenautomatik abschalten

Wenn das vereinbarte Datenvolumen verbraucht ist, sinkt bei manchen Tarifen die Geschwindigkeit. Andere Tarife buchen automatisch kostenpflichtiges Zusatzvolumen nach. Diese Funktion heißt Datenautomatik und kann teurer sein als das ursprünglich gebuchte Datenpaket.

Das passiert zum Beispiel, wenn Ihr Kind unterwegs Videos schaut und das Monatsvolumen schneller als erwartet verbraucht. Prüfen Sie im Kundenportal oder in der Anbieter-App, was Ihr Tarif danach vorsieht, und schalten Sie eine kostenpflichtige automatische Nachbuchung ab, sofern der Anbieter diese Wahl anbietet. Kontrollieren Sie außerdem den Datenverbrauch und stellen Sie App-Updates möglichst auf WLAN um.

Was nach Verbrauch des Datenvolumens passiert, hängt vom Tarif ab. Lesen Sie deshalb die Vertragsbedingungen. Ein Gerichtsurteil zu bestimmten Klauseln eines Anbieters bedeutet nicht automatisch, dass jede Datenautomatik bei jedem Tarif unwirksam ist.

Automatische Aufladung prüfen

Bei einem Prepaid-Tarif lässt sich häufig einstellen, dass regelmäßig Geld aufgeladen wird oder bei einem niedrigen Guthaben automatisch eine Aufladung erfolgt. So bleibt das Handy erreichbar. Die Abbuchung kann aber überraschen, wenn Sie den Betrag oder den Schwellenwert vergessen haben.

Wenn Ihr Kind viel telefoniert oder mobile Dienste nutzt, wird das Guthaben womöglich häufiger aufgeladen als erwartet. Prüfen Sie deshalb Betrag, Schwellenwert und Häufigkeit der Aufladung im Kundenkonto. Achten Sie auch darauf, ob ein gebuchtes Paket automatisch verlängert wird. Das ist eine eigene Einstellung und nicht dasselbe wie die automatische Guthabenaufladung.

Für eine strengere Kostenkontrolle wählen Sie manuelles Aufladen. Wenn die Automatik für die Erreichbarkeit sinnvoll ist, behalten Sie die Einstellungen im Blick und kontrollieren Sie regelmäßig die Abbuchungen.

Sperren getrennt kontrollieren

Jede der fünf Maßnahmen schützt vor einer anderen Art von Kosten. Eine Sperre beim Mobilfunkanbieter verhindert bestimmte Abrechnungen über die Handyrechnung; Kaufregeln im App-Store schützen vor Käufen über das Store-Konto. Datenautomatik und automatische Aufladung betreffen dagegen Tarif und Prepaid-Guthaben.

Gehen Sie die Einstellungen gemeinsam mit Ihrem Kind durch und erklären Sie, dass ein Kauf im Spiel echtes Geld kosten kann. Prüfen Sie nach Änderungen, ob die Sperre aktiv ist und für alle verwendeten Geräte oder die gewünschten Dienste gilt.