Ein LTE- oder 5G-Router bringt Internet über das Mobilfunknetz in die Wohnung. Die Zuverlässigkeit hängt von der Netzabdeckung und der Netzauslastung ab. Auch Wände und Fenster sowie der Routerstandort beeinflussen die Verbindung. Eine Netzkarte hilft bei der Vorauswahl, ersetzt aber keinen Test zu Hause.
Testen Sie vor einer langen Vertragsbindung möglichst den Router mit der SIM-Karte und dem Tarif, die Sie später nutzen wollen. Ist das nicht möglich, lassen Sie sich vor dem Vertragsabschluss schriftlich bestätigen, ob eine Testphase oder ein Widerruf gilt und welche Kosten anfallen.
Was eine Netzkarte zeigt
Die Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur zeigt eine Prognose für den Empfang im Freien. Dafür teilt sie das Gebiet in quadratische Felder mit einer Seitenlänge von 100 Metern ein. Innerhalb eines Feldes kann der tatsächliche Empfang unterschiedlich sein. Die Karte sagt deshalb nicht zuverlässig voraus, welche Geschwindigkeit ein Router hinter einer bestimmten Fensterscheibe erreicht.
In der Wohnung schwächen Wände und wärmedämmende Fensterscheiben das Funksignal. Auch Router unterscheiden sich beim Empfang. Dazu kommt die Auslastung: Mehrere Nutzer teilen sich die verfügbare Kapazität einer Funkzelle. Ein Netz kann also laut Karte verfügbar sein und trotzdem zu bestimmten Zeiten langsam laufen.
Messungen anderer Nutzer auf Karten geben zusätzliche Hinweise. Sie zeigen aber ebenfalls nicht zuverlässig, wie gut der Empfang in Ihrer Wohnung ist. Die Ergebnisse hängen unter anderem vom verwendeten Gerät und vom genauen Messort ab. Nutzen Sie Karten, um Netze und Anbieter vorzusortieren. Entscheiden Sie erst nach einem Praxistest, ob die Verbindung für Ihren Alltag reicht.
So testen Sie den Empfang
Besorgen Sie nach Möglichkeit eine Test-SIM-Karte und setzen Sie sie zunächst in einem Smartphone ein. So erhalten Sie einen ersten Hinweis darauf, welches Netz in Ihrer Wohnung funktioniert. Für eine verlässliche Einschätzung testen Sie den Router, den Sie später nutzen möchten. Seine Antennen und Empfangseigenschaften können sich von denen eines Telefons unterscheiden.
Stellen Sie den Router nacheinander an mehrere mögliche Plätze. Dazu gehören verschiedene Fenster, der Raum, in dem Sie das Internet am häufigsten nutzen, und gegebenenfalls weitere Stockwerke. Notieren Sie für jeden Standort die angezeigte Empfangsstärke sowie die Ergebnisse eines Geschwindigkeitstests. Warten Sie an jedem Standort, bis der Router gestartet ist, und halten Sie die Bedingungen möglichst gleich.
Wiederholen Sie die Messungen zu unterschiedlichen Tageszeiten und an mehreren Tagen. So erkennen Sie eher, ob ein gutes Ergebnis regelmäßig auftritt oder nur zu einer Zeit mit geringer Netzauslastung zustande kam. Während des Tests sollten keine großen Downloads nebenbei laufen. Halten Sie außerdem fest, ob Videokonferenzen, Streaming und mehrere gleichzeitig genutzte Geräte wie gewünscht funktionieren.
Ein Geschwindigkeitstest erfasst Download, Upload und Latenz. Download und Upload beschreiben, wie schnell Daten empfangen und gesendet werden. Die Latenz ist die Verzögerung bei der Datenübertragung; sie ist besonders bei Videotelefonie und anderen Anwendungen mit direkter Reaktion spürbar. Die Mobilfunk-Check-App der Breitbandmessung kann diese Werte erfassen und Messungen nach Ort und Zeit speichern.
Mobilfunk und WLAN getrennt prüfen
Die Verbindung des Routers zum Mobilfunknetz und die WLAN-Verbindung in Ihrer Wohnung sind zwei verschiedene Verbindungen. Um den Mobilfunkempfang zu vergleichen, stellen Sie den Router an unterschiedliche Orte und messen dort die Verbindung. Um die WLAN-Abdeckung zu prüfen, lassen Sie den Router an einem Standort und testen mit einem Handy oder Laptop in den Räumen, in denen Sie Internet benötigen.
Wenn das WLAN im hinteren Zimmer schwach ist, sagt das allein nichts über den Mobilfunkempfang an diesem Platz aus. Umgekehrt hilft ein guter Mobilfunkempfang am Fenster wenig, wenn das WLAN des Routers den Arbeitsplatz nicht erreicht. Prüfen Sie daher zuerst, wo der Router das beste Mobilfunksignal bekommt, und testen Sie danach die WLAN-Verbindung in den übrigen Räumen.
Router vor dem Vertrag testen
Fragen Sie den Anbieter, ob er eine Test-SIM, einen kurzen Tarif oder eine schriftlich zugesicherte Testphase anbietet. Klären Sie dabei, ob Sie den konkreten Router verwenden können und welche Kosten anfallen. Mit einer Test-SIM im Smartphone können Sie Netze vergleichen. Die Leistung des späteren Routers und Tarifs kann davon abweichen.
Bei einem Abschluss im Internet oder am Telefon besteht in der Regel ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen. Im Ladengeschäft gilt dieses Recht normalerweise nicht. Ein Widerrufsrecht ist außerdem keine automatisch kostenlose Testphase: Der Vertrag und die Umstände bestimmen, wann die Frist beginnt und ob Kosten für bereits erbrachte Leistungen anfallen. Prüfen Sie die Widerrufsbelehrung und fragen Sie vor dem Abschluss, welche Folgen ein Widerruf hat.
Eine allgemeingültige Regel, nach der jeder Anbieter LTE- oder 5G-Router zu Hause testen lassen muss, gibt es nicht. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf mündliche Zusagen. Lassen Sie sich die Testbedingungen und eine mögliche Rückgabe schriftlich bestätigen.
Standort und Laufzeit klären
Manche Tarife sind für die Nutzung an einer festen Adresse vorgesehen, andere erlauben die Nutzung unterwegs. Fragen Sie ausdrücklich, ob Sie den Router in einem Ferienhaus, an wechselnden Wohnorten oder auf Reisen innerhalb Deutschlands verwenden dürfen. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Produkt; die Bezeichnung „mobiles Internet für zu Hause“ beantwortet die Frage nicht automatisch.
In Deutschland darf die anfängliche Vertragslaufzeit höchstens 24 Monate betragen. Anbieter müssen daneben auch einen Vertrag mit höchstens zwölf Monaten Laufzeit anbieten. Verlängert sich ein Vertrag nach der Mindestlaufzeit stillschweigend, können Sie ihn mit einer Frist von einem Monat kündigen. Prüfen Sie zusätzlich, ob der Routerpreis, ein Anschlusspreis oder ein Rabatt an eine bestimmte Laufzeit gebunden ist.
Datenvolumen genau prüfen
Prüfen Sie, wie viel Datenvolumen der Tarif enthält und was passiert, wenn Sie es aufgebraucht haben. Der Anbieter kann die Geschwindigkeit drosseln oder zusätzliches Volumen berechnen. Ebenso kann eine andere Regel gelten. Ein Tarif für den Internetzugang zu Hause bedeutet nicht automatisch unbegrenztes Datenvolumen.
Schätzen Sie Ihren Bedarf anhand Ihrer Nutzung ein. Streaming und Videokonferenzen verbrauchen Daten. Auch große Downloads erhöhen den Verbrauch; mehrere gleichzeitig aktive Geräte steigern den Gesamtverbrauch. Vergleichen Sie außerdem die angegebenen Download- und Upload-Geschwindigkeiten. Diese Werte sind keine Zusage für die tatsächliche Leistung in Ihrer Wohnung, helfen aber beim Vergleich der Tarife.
Vor dem Vertragsschluss muss der Anbieter eine Vertragszusammenfassung bereitstellen. Darin stehen unter anderem die Preise und wesentlichen Leistungsmerkmale. Auch Laufzeit und Kündigungsbedingungen sind aufgeführt. Prüfen Sie diese Angaben zusammen mit dem Produktinformationsblatt und bewahren Sie beide Dokumente auf. Achten Sie besonders darauf, dass Datenvolumen, Geschwindigkeiten und Nutzungsort zu Ihrem Bedarf passen.

