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Smartphone-Kauf: Auf die Update-Garantie achten

Wer ein Smartphone mehrere Jahre nutzen will, sollte vor dem Kauf prüfen, wie lange der Hersteller Sicherheitsupdates und neue Betriebssystemversionen zusagt. Sicherheitsupdates schließen bekannte Schwachstellen; Betriebssystem-Updates bringen eine neue Version des Systems. Eine lange Zusage für die eine Update-Art bedeutet nicht automatisch eine ebenso lange für die andere.

Kamera- und KI-Funktionen sagen wenig darüber aus, wie lange ein Smartphone sicher bleibt und aktuelle Software erhält. Entscheidend sind die Zusage für das konkrete Modell, der Beginn der Frist und der Update-Rhythmus.

Sicherheitsupdates schützen länger

Angreifer nutzen häufig bekannte Schwachstellen in Software. Hersteller schließen solche Lücken mit Sicherheitsupdates. Auch ohne Sicherheitsupdates funktioniert das Smartphone oft weiter. Sein Schutz vor bekannten Angriffen veraltet, wenn Updates fehlen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt, automatische Updates einzuschalten oder regelmäßig selbst nach Aktualisierungen zu suchen.

Betriebssystem-Updates erfüllen einen anderen Zweck: Sie bringen eine neue Systemversion und können Funktionen oder Einstellungen verändern. Hersteller nennen für beide Updatearten manchmal unterschiedliche Laufzeiten. Eine Zusage von sieben Jahren Sicherheitsupdates bedeutet deshalb nicht zwangsläufig sieben neue Android-Versionen.

Für Käuferinnen und Käufer, die ihr Gerät lange behalten möchten, empfiehlt die Verbraucherzentrale Thüringen mindestens fünf Jahre Sicherheitsupdates. Das ist eine Orientierung für den Kauf, keine allgemeine gesetzliche Mindestfrist für jedes Smartphone. Eine lange Updateversorgung hilft zudem nur, wenn das Gerät auch sonst lange nutzbar bleibt. Akku, Speicher und Reparierbarkeit spielen ebenfalls eine Rolle.

EU-Update-Regeln für Smartphones

Für Smartphones, die ab dem 20. Juni 2025 auf dem EU-Markt bereitgestellt werden, gelten neue Ökodesign- und Kennzeichnungsregeln. Sie betreffen unter anderem Updates, Reparierbarkeit und Haltbarkeit. Bestimmte Geräte sind ausgenommen, darunter Smartphones mit aufrollbarem flexiblem Hauptdisplay und Geräte für Hochsicherheitskommunikation.

Die EU-Vorgaben sehen vor, dass Betriebssystem-Updates mindestens fünf Jahre verfügbar sein müssen. Die Frist beginnt nicht automatisch am persönlichen Kaufdatum. Maßgeblich ist, wann das letzte Gerät dieses Modells auf dem Markt bereitgestellt wurde. Die Regeln enthalten außerdem Vorgaben zu kostenlosen Updates und zu Fristen für Sicherheits- und Korrekturupdates. Diese EU-Mindestvorgaben ersetzen nicht die Prüfung der konkreten Herstellerzusage.

Für erfasste Geräte gibt es ein EU-Energielabel. Es zeigt unter anderem, wie energieeffizient das Gerät ist und wie lange der Akku hält. Außerdem informiert es über Sturzfestigkeit und Reparierbarkeit. Der QR-Code führt zur Produktdatenbank EPREL, in der weitere Modellinformationen stehen. Die Updatebewertung im Label bezieht sich ebenfalls auf die Zeit ab dem Ende der Platzierung eines Modells auf dem Markt. Prüfen Sie daher zusätzlich die Herstellerangaben, statt eine Frist ab dem Kaufdatum anzunehmen.

Update-Zusage für das Modell prüfen

Suchen Sie zuerst nach dem vollständigen Modellnamen und der genauen Variante. Hersteller unterstützen verschiedene Generationen und Modelle unterschiedlich lange. Prüfen Sie anschließend, ob der Hersteller Sicherheitsupdates, Betriebssystem-Updates oder beides nennt. Eine Zahl ohne diese Unterscheidung beantwortet die Frage nach der gesamten Softwareversorgung nicht.

Prüfen Sie außerdem, wann die Frist beginnt. Google sagt für Pixel 8 und neuere Modelle sieben Jahre Betriebssystem- und Sicherheitsupdates zu. Die Frist beginnt mit der ersten Verfügbarkeit im US-amerikanischen Google Store. Für Käuferinnen und Käufer in Deutschland ist dieser Startpunkt relevant: Die Frist läuft nicht einfach ab dem eigenen Kauf. Google nennt für bestimmte ältere Modelle wie Pixel 6, Pixel 7 und Pixel Fold fünf Jahre für beide Updatearten.

Bei Samsung gilt die Zusage von bis zu sieben Jahren Sicherheitsupdates nur für ausgewählte Galaxy-Geräte. Je nach Modell erscheinen Updates monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich. Samsung weist außerdem auf Unterschiede nach Modell und Region hin. Daher lässt sich nicht ableiten, dass jedes Galaxy-Modell dieselbe Laufzeit und denselben Rhythmus erhält.

Prüfen Sie solche Angaben auf der Supportseite für das konkrete Gerät und in den dazugehörigen Herstellerbedingungen. Für ein Smartphone, das unter die EU-Kennzeichnungsregeln fällt, ist EPREL eine zusätzliche Prüfmöglichkeit. Wenn die Updatezusage für Ihre Entscheidung ausschlaggebend ist, speichern Sie vor dem Kauf die Modellseite oder das Produktinformationsblatt. So können Sie später prüfen, welche Angaben für das Gerät galten.

Laufzeit und Rhythmus unterscheiden

Eine lange Updatezusage sagt noch nicht, wie oft der Hersteller Aktualisierungen verteilt. Ein Gerät mit selteneren Sicherheitsupdates kann während eines längeren Zeitraums unterstützt werden als ein Modell mit monatlichen Updates. Hersteller veröffentlichen Updates nicht unbedingt überall gleichzeitig. Sie können Updates zu unterschiedlichen Zeiten für verschiedene Modelle oder Regionen veröffentlichen.

Notieren Sie sich deshalb drei getrennte Angaben: Wie lange gibt es Sicherheitsupdates? Wie viele Betriebssystem-Upgrades sind zugesagt? Wie häufig sollen Sicherheitsupdates erscheinen? Wenn der Hersteller einen dieser Punkte nicht nennt, lässt er sich anhand der Herstellerangaben nicht prüfen. Eine allgemeine Werbeaussage über die Marke reicht nicht, um sie zu beantworten.

Updates können auch neue Funktionen oder veränderte Berechtigungen mitbringen. Prüfen Sie nach einer Aktualisierung gelegentlich, welche Zugriffsrechte Apps haben. Das ist ein zusätzlicher Datenschutzcheck und kein Grund, Sicherheitsupdates aufzuschieben.

Updates mit Akku und Reparatur abwägen

Eine lange Updateversorgung allein sorgt nicht dafür, dass ein Smartphone ebenso lange praktisch nutzbar bleibt. Ein verschlissener Akku, zu wenig Speicher oder ein nicht reparierbarer Defekt können den Austausch früher nötig machen. Umgekehrt gleichen ein guter Akku und eine hochwertige Kamera fehlende Sicherheitsupdates nicht aus.

Vergleichen Sie deshalb neben der Updatezusage auch die Akkulaufzeit, die Reparierbarkeit und den verfügbaren Speicher. Das EU-Energielabel hilft bei einem Teil dieser Fragen. Für erfasste Geräte gelten außerdem Vorgaben zur Akkuhaltbarkeit: Der Akku muss nach 800 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität erreichen. Diese Vorgabe sagt allerdings nicht, wie lange der Akku im persönlichen Alltag tatsächlich hält.

Gesetzliche Ansprüche bei fehlenden Updates unterscheiden sich von freiwilligen Zusagen der Hersteller. Fehlt ein Update, können im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung für Waren mit digitalen Elementen Ansprüche gegen den Verkäufer bestehen. Daraus folgt aber keine pauschale Laufzeit, die für jedes Smartphone gilt.