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Handytarife für Kinder und Jugendliche

Beim ersten Handytarif sind genug Datenvolumen, überschaubare Kosten und eine kurze Kündigungsfrist wichtig. Prepaid ist ein einfacher Einstieg: Sie zahlen das Guthaben vorab. Ein monatlich kündbarer Kindertarif oder eine Zusatzkarte passt besser, wenn Schutzfunktionen oder ein bestehender Familientarif wichtig sind.

Ein Kindertarif verhindert nicht automatisch alle Zusatzkosten. Prüfen Sie, ob der Anbieter Abrechnungen von Drittanbietern über die Handyrechnung sperrt. Klären Sie außerdem, ob Daten kostenpflichtig nachgebucht werden und wie Käufe über App-Stores abgerechnet werden. Welcher Tarif passt, hängt vor allem davon ab, wie das Kind das Handy unterwegs nutzt.

Wer schließt den Vertrag ab?

In Deutschland sind Minderjährige ab sieben Jahren beschränkt geschäftsfähig. Das bedeutet, dass sie bestimmte Verträge nicht allein wirksam abschließen können. Für einen Mobilfunkvertrag mit laufenden Zahlungen brauchen sie grundsätzlich die Zustimmung ihrer Eltern oder anderer gesetzlicher Vertreter. Der sogenannte Taschengeldparagraph macht den Vertrag nicht automatisch wirksam. Er gilt nur, wenn das Kind die vereinbarte Leistung vollständig mit Geld bezahlt, das ihm dafür oder zur freien Verfügung überlassen wurde. Bei einem laufenden Vertrag ist das in der Regel nicht der Fall.

Klären Sie deshalb vor der Bestellung, wer den Vertrag abschließt und auf wessen Namen er läuft. Die Rechnung für die Telekommunikation geht grundsätzlich an die Person, auf deren Namen der Anschluss läuft. Das gilt auch dann, wenn das Kind das Handy benutzt.

Welches Tarifmodell passt?

Prepaid, ein monatlich kündbarer Tarif und eine Zusatzkarte erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse. Diese Übersicht zeigt, welches Modell zu Ihrer Situation passt:

Tarifmodell Passt besonders, wenn … Prüfen Sie dabei …
Prepaid Sie die Ausgaben zunächst begrenzen und den Bedarf beobachten möchten. Ob Datenpakete automatisch verlängert werden und ob Guthaben automatisch nachgeladen wird.
Monatlich kündbarer Tarif Sie einen festen Monatspreis und die Möglichkeit zum schnellen Wechsel möchten. Was nach Verbrauch des Datenvolumens passiert und welche Zusatzkosten entstehen können.
Vertrag mit Mindestlaufzeit ein längerer Vertrag preislich sinnvoll erscheint oder ein Smartphone mitfinanziert wird. Die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit, einschließlich Gerätepreis und möglicher Anschlusskosten.
Zusatzkarte bereits ein passender Familientarif besteht. Ob die Karte einen bestimmten Hauptvertrag voraussetzt und wie Datenvolumen und Kosten verteilt werden.

Prepaid begrenzt Ausgaben oft leichter, ist aber nicht automatisch günstiger. Auch bei Prepaid sollten Sie die Bedingungen prüfen: Unter bestimmten Umständen kann eine verzögerte Abrechnung dazu führen, dass das Guthaben ins Minus rutscht. Eine automatische Aufladung schwächt zudem die Ausgabengrenze, die viele Eltern mit Prepaid verbinden.

Vergleichen Sie außerdem die Abrechnungszeiträume. Ein Paket, das alle vier Wochen bezahlt wird, gilt nicht für einen Kalendermonat. Es gibt dann 13 Abrechnungszeiträume pro Jahr statt zwölf. Rechnen Sie den Preis deshalb auf ein ganzes Jahr hoch.

Bei einem Handy mit Vertrag zählen die Tarif- und Gerätekosten zusammen. Vergleichen Sie die Summe über die gesamte Laufzeit mit dem Preis für ein separat gekauftes Gerät und einen eigenständigen Tarif.

Wie viel Datenvolumen braucht das Kind?

Der Bedarf hängt davon ab, was das Kind unterwegs macht. Messenger, E-Mails und gelegentliches Surfen verbrauchen deutlich weniger Daten als Videos, soziale Netzwerke mit vielen Videobeiträgen oder Streaming.

Als grobe Orientierung nennt die Verbraucherzentrale für gelegentliches Surfen, Chats und E-Mails unterwegs etwa 2 bis 6 Gigabyte pro Monat. Für regelmäßige Nutzung sozialer Medien, Videos oder Spiele nennen Vergleichsportale teils höhere Richtwerte, etwa 15 Gigabyte. Bei sehr intensiver Nutzung beginnen die Richtwerte bei 30 Gigabyte. Das sind keine festen Empfehlungen für jedes Kind.

Prüfen Sie den tatsächlichen Verbrauch in den Einstellungen des Smartphones oder in der Anbieter-App. Fragen Sie beim Tarifvergleich außerdem, was nach dem Verbrauch des Inklusivvolumens passiert: Manche Anbieter drosseln dann die Geschwindigkeit. Andere ermöglichen kostenpflichtige Nachbuchungen oder aktivieren eine Datenautomatik, die nach Verbrauch des Inklusivvolumens automatisch weiteres Datenvolumen kostenpflichtig bereitstellt.

Welche Zusatzkosten sollten Sie sperren?

Eine Drittanbietersperre verhindert, dass bestimmte Anbieter anderer Dienste ihre Kosten über die Mobilfunkrechnung abrechnen. Sie lässt sich beim Mobilfunkanbieter kostenlos einrichten und schützt sowohl Prepaid- als auch Vertragskunden. Fragen Sie gezielt nach, welche Dienste die Sperre umfasst.

Die Sperre blockiert Käufe über App-Stores nicht automatisch. App-Käufe und In-App-Käufe, die über ein hinterlegtes Zahlungsmittel im App-Store oder über ein Familienkonto abgerechnet werden, müssen Sie dort gesondert absichern. Eine Passwort- oder Identitätsabfrage vor Käufen hilft, unbeabsichtigte Zahlungen zu verhindern.

Prüfen Sie, ob Sonderrufnummern und Premium-SMS gesperrt sind. Achten Sie beim Datenvolumen auf automatische Nachbuchungen. Die EU-Roaming-Regeln gelten nicht für jede Nutzung im Ausland. Außerhalb der EU sowie auf Schiffen und in Flugzeugen können andere Preise gelten.

Was einzelne Kindertarife bieten

Anbieter bündeln in speziellen Kindertarifen unterschiedliche Sperren und Leistungen. Preise und Leistungen können sich ändern. Die folgenden Angaben gelten für den jeweils genannten Stand.

Der Tarif winSIM Kids wurde am 29. Oktober 2026 mit 5 Gigabyte Datenvolumen, 5G und einer Telefonie- und SMS-Flatrate für 4,99 Euro monatlich angeboten. Der Anbieter nannte auch Schutzfunktionen und Einschränkungen bei Drittanbieterdiensten. Prüfen Sie vor dem Abschluss den aktuellen Preis, die Laufzeit und welche Sperren tatsächlich gelten.

Die Telekom MagentaMobil PlusKarte Kids & Teens Flex kostete laut Produktinformationsblatt mit Stand vom 1. April 2025 monatlich 9,95 Euro und hatte keine Mindestvertragslaufzeit. Das verfügbare Datenvolumen hing vom zugrunde liegenden Telekom-Hauptvertrag ab. Die Karte darf unter anderem nur ein Kind des Vertragsinhabers im Alter von sechs bis 17 Jahren nutzen. Außerdem ist ein Altersnachweis nötig.

Tchibo MOBIL Kids sperrte nach Anbieterangaben kostenpflichtige Sonderrufnummern, App-Käufe, Drittanbieterdienste und das automatische Nachbuchen von Daten. Zusätzliches Datenvolumen ließ sich per Gutschein aufladen. Die Laufzeit betrug 28 Tage. Ein 28-Tage-Paket wird also 13-mal im Jahr fällig, sofern es durchgehend gebucht wird.

Ein niedriger Monatspreis sagt allein wenig über die Gesamtkosten aus. Bei einer Zusatzkarte müssen Sie auch den erforderlichen Hauptvertrag einrechnen. Bei Prepaid oder 28-Tage-Paketen zählt der Preis über ein ganzes Jahr.