Überlegen Sie vor dem Smartphone-Kauf, wofür Sie das Gerät nutzen und wie lange Sie es behalten. So erkennen Sie, welche Funktionen Sie brauchen und ob eine Reparatur oder ein gebrauchtes Gerät für Sie infrage kommt.
Vergleichen Sie den Gesamtpreis, die zugesagten Updates und die Angaben zu Akku und Reparierbarkeit. Ein Smartphone im Tarif ist nicht automatisch günstiger: Entscheidend sind die Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit.
Bedarf vor Ausstattung
Legen Sie fest, was Ihnen im Alltag wichtig ist, bevor Sie Geräte vergleichen. Wer vor allem telefoniert und Nachrichten schreibt, braucht andere Funktionen als jemand, der häufig Videos aufnimmt. Auch häufiges Navigieren oder das Speichern großer Dateien stellt andere Anforderungen. Überlegen Sie auch, welche Displaygröße bequem ist, wie viel Speicher Sie benötigen und ob Sie einen Kopfhöreranschluss nutzen.
Prüfen Sie, ob die Funktionen zu Ihrem Alltag passen. Eine gute Kamera hilft wenig, wenn Ihnen das Gerät zu groß ist. Schnelles Laden gleicht einen Akku, der Ihren Alltag nicht durchhält, nicht unbedingt aus. Vergleichstests bewerten deshalb Kamera, Display, Akku, Bedienung und Stabilität einzeln.
Prüfen Sie außerdem, ob Sie Ihr aktuelles Handy wirklich ersetzen müssen. Ein Akkutausch oder eine andere Reparatur kann eine Alternative sein. Bei einem Defekt lohnt es sich, erst einen Kostenvoranschlag einzuholen und ihn mit dem Preis eines passenden Ersatzgeräts zu vergleichen.
Gerät und Tarif zusammenrechnen
Schauen Sie bei einem Angebot mit Handy und Vertrag nicht nur auf die Monatsrate. Addieren Sie den Gerätepreis oder die Raten, die Grundgebühr und mögliche Anschlusskosten für die gesamte Laufzeit. Ziehen Sie einen Bonus oder eine Erstattung nur dann ab, wenn die Bedingungen klar feststehen und die Zusage schriftlich vorliegt.
Prüfen Sie zugleich, wie viel Datenvolumen Sie wirklich brauchen, wie lange Sie gebunden sind und ob Sie internationale Anrufe nutzen. Prepaid und Laufzeitvertrag eignen sich je nach Nutzung und gewünschter Kostenkontrolle. Welches Modell günstiger ist, hängt vom konkreten Angebot ab.
Smartphone-Updates vor dem Kauf prüfen
Updates halten die Software aktuell. Sicherheitsupdates schließen bekannte Schwachstellen; größere Betriebssystem-Updates bringen neue Funktionen und Änderungen an der Software. Prüfen Sie beim Hersteller, wie lange das gewünschte Modell Updates erhalten soll und wann dieser Zeitraum beginnt.
Für Smartphones, die ab dem 20. Juni 2025 auf den EU-Markt kommen, gelten Vorgaben zur Verfügbarkeit von Betriebssystem-Upgrades für mindestens fünf Jahre. Der Zeitraum beginnt am Ende der Vermarktung des letzten Geräts dieses Modells, nicht mit dem Kauf Ihres einzelnen Handys. Prüfen Sie deshalb die konkrete Herstellerangabe und verwechseln Sie Betriebssystem-Upgrades nicht mit Sicherheitsupdates.
Eine Auswertung der Stiftung Warentest zu 77 Geräten, deren zugesagter Update-Zeitraum abgelaufen war, ergab: 75 Geräte hielten das Versprechen ein, 60 erhielten länger Updates als zugesagt. Das ist ein Ergebnis dieser untersuchten Modelle und keine Garantie für jedes Gerät.
Energielabel richtig lesen
Bei erfassten Smartphones und Tablets, die seit dem 20. Juni 2025 auf den EU-Markt kommen, gehört ein Energielabel zum Produkt. Es zeigt unter anderem die Akkulaufzeit pro Ladung und die Akkulebensdauer in Ladezyklen. Außerdem nennt es den Schutz vor Staub und Wasser, die Fallbeständigkeit sowie eine Reparierbarkeitsklasse von A bis E. Der QR-Code führt zur EU-Produktdatenbank EPREL mit weiteren Angaben.
Nutzen Sie das Label, um mehrere Modelle nach Ihren Prioritäten zu vergleichen. Die ausgewiesene Akkulaufzeit beruht auf einem standardisierten Test, doch Helligkeit, Apps und Empfang beeinflussen, wie lange der Akku im Alltag hält. Auch eine gute Reparierbarkeitsklasse sagt nicht direkt voraus, was eine bestimmte Reparatur kostet.
Für die vom EU-Ökodesign erfassten Geräte gelten zudem Anforderungen an die Haltbarkeit des Akkus: Nach 800 Ladezyklen muss er noch mindestens 80 Prozent seiner Anfangskapazität erreichen. Vorgaben zu Ersatzteilen und Reparaturinformationen sollen Reparaturen erleichtern. Das Kaufdatum allein zeigt allerdings nicht, welche Regeln für ein konkretes Gerät gelten. Prüfen Sie bei Zweifeln die Modellangaben.
Gebrauchtes oder repariertes Smartphone kaufen
Ein gebrauchtes oder wiederaufbereitetes Gerät kann eine passende Alternative zum Neukauf sein. Lassen Sie sich den Zustand des Akkus erklären und fragen Sie nach bekannten Mängeln. Klären Sie auch, ob eine Rückgabe möglich ist und welche Garantiebedingungen gelten. Bei wiederaufbereiteten Geräten sollte der Anbieter außerdem erklären, was die Angaben zum Zustand bedeuten und ob er Teile ausgetauscht hat.
Achten Sie darauf, wer das Gerät verkauft. Bei einem Kauf von einer Privatperson gelten andere Bedingungen als bei einem gewerblichen Händler. Lesen Sie vor dem Bezahlen die Angaben zur Rückgabe und dazu, was eine Garantie abdeckt. Vergleichen Sie auch, ob Zubehör wie Ladegerät oder Kabel enthalten ist.
In Deutschland gelten seit dem 31. Juli 2026 neue Regelungen zum Recht auf Reparatur. Sie ergänzen die gesetzlichen Ansprüche gegenüber dem Verkäufer und eine freiwillige Garantie des Herstellers. Eine Reparatur im Rahmen des neuen Rechts kann kostenpflichtig sein. Wenn Sie ein Gerät kaufen, das vor diesem Stichtag auf den Markt kam, prüfen Sie die Angaben zum Modell und die für Ihren Kauf geltenden Rechte.
Vor dem Kauf prüfen
Bevor Sie bestellen oder unterschreiben, gehen Sie diese Punkte durch:
- Erfüllt das Gerät Ihre wichtigsten Anforderungen an Größe, Speicher, Akku und Funktionen?
- Haben Sie die Kosten für die gesamte Vertragslaufzeit berechnet?
- Ist klar, wie lange das konkrete Modell Sicherheits- und Betriebssystem-Updates erhält?
- Haben Sie Energielabel und Reparaturangaben verglichen?
- Bei einem gebrauchten Gerät: Sind Akkuzustand, Mängel, Rückgabe und Garantie geklärt?




